Top -Stück: 15 Piaster auf 3 Mark – eine nicht mehr ausgegebene Seltenheit
Ein besonderes Highlight unserer kommenden Auktion ist ein faszinierendes Kapitel der semiklassischen Philatelie: die deutschen Auslandspostanstalten in der Türkei.
Bereits am 1. März 1870 wurde in Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – die erste deutsche Postagentur im Ausland eingerichtet. In den darauffolgenden Jahren erschienen verschiedene Markenausgaben, die heute zu den spannendsten und historisch bedeutendsten Sammelgebieten zählen. Sie dokumentieren nicht nur postalische Entwicklungen, sondern auch die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen jener Zeit.
Seltener Wert in 186. Felzmann-Auktion
Im Mittelpunkt steht diesmal ein außergewöhnliches und in dieser Form kaum zu findendes Spitzenstück: die nicht mehr verausgabte 15 Piaster auf 3 Mark, violettschwarz in Type II (Urmarke Michel Nr. 65II). Es handelt sich um einen postalisch nicht ausgegebenen Wert, der bereits aufgrund seiner Seltenheit höchste Aufmerksamkeit verdient. Durch die Überarbeitung des zusätzlichen Aufdrucks „15 PIASTER“ verspätete sich die Ausgabe derart, dass die Ausgabe mit der Inschrift „REICHSPOST“, welche im Reichsgebiet schon nicht mehr verwendet wurde und durch die Ausgabe mit Inschrift „DEUTSCHES REICH“, Urmarke MiNr. 80, ersetzt wurde, nicht mehr gebraucht wurde.
Das vorliegende Exemplar besticht durch eine tadellose, postfrische Erhaltung. Ein aktuelles Fotoattest von Jäschke-Lantelme (2024) bestätigt den fehlerfreien Zustand. Besonders hervorzuheben ist die für diese Ausgabe ungewöhnlich gute Zähnung – ein Detail, das erfahrene Sammler besonders zu schätzen wissen. Ebenso bemerkenswert: Das Stück ist unsigniert, was bei derartigen Raritäten keineswegs selbstverständlich ist.
Der Wert zu 3 Mark gehört ohnehin zu den großen Seltenheiten dieses Sammelgebietes, da der 3 Mark Wert seltener gebraucht wurde, als der 5 Mark Wert. In der hier vorliegenden Qualität darf dieses Exemplar ohne Übertreibung als absolutes Top-Stück der deutschen Auslandspostanstalten bezeichnet werden – ein Objekt, das in keiner Top-Sammlung dieses Gebietes fehlen sollte.
Der Michel-Katalog bewertet diese Marke mit 30.000 Euro. Mit einem Ausruf von lediglich 12.000 Euro eröffnet sich hier eine seltene Gelegenheit, ein außergewöhnliches Stück Philateliegeschichte zu erwerben. Dieser Ausrufpreis ist durchaus gerechtfertigt. Von der unverausgabten 15 Piaster auf 3 Mark der Auslandspostanstalten der Türkei wurde nur 60 Exemplare hergestellt, welche durch eine amtliche Versteigerung am 25. Juni 1919 den damaligen Interessenten angeboten wurden.1
Für den fortgeschrittenen Sammler, der Wert auf Qualität, Seltenheit und historische Bedeutung legt, stellt diese Marke zweifellos einen der Höhepunkte der 186. Felzmann-Auktion dar.
1 Literatur: Friedemann/Wittmann, Die Postwertzeichen und Entwertungen der deutschen Postanstalten in den Schutzgebieten und im Ausland, Band 1, 4. Verbesserte Auflage, Dr. Wittmann Verlag, München 1988
Die Highlight-Marke im Video
Dieser besondere Belegt startet in der 186. Felzmann Auktion mit der Losnummer 4076 einem Ausruf von 12.000 Euro. Die Versteigerung findet am 30. März 2026 statt.
Neuss, den 18.03.2026