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Falschstempel

Falschstempel entdeckt

Am 10. Juni staunte Auktionator Ulrich Felzmann nicht schlecht: Ihm wurden über 40 Falschstempel verschiedenster Gebiete angeboten.

Ein Glücksfall im Kampf gegen das Fälschertum

Sportlich lässig gekleidet und ebenso unbekümmert bot ein etwa Mitte Vierzigjähriger aus Düsseldorf dem Auktionshaus Felzmann seinen Zufallsfund an: eine Kunststofftasche mit über 40 alten „Poststempeln“, gefunden beim Spaziergang in einem Park in Wuppertal. Bei genauerer Betrachtung erkannte man präzise gearbeitete Stempelplatten, darunter solche mit Datumseinstellung bis 1993, hergestellt aus den Werkstoffen Zink, Aluminium und Hartkunststoff – und einige Stempelköpfe aus Gummi. Auktionator Ulrich Felzmann schaltete sofort: Ausrüstung einer Fälscherwerkstatt! Die galt es, um weiteren Missbrauch zu verhindern, unbedingt alle sicherzustellen. Notfalls mit Hilfe der Polizei! Der Finder zeigte sich jedoch im Gespräch gleich einsichtig und überließ den gesamten Falschstempel-Bestand für Aufklärungsarbeit zugunsten der Sammler.

Falsche Stempel aus unterschiedlichen Gebieten

Axel Dörrenbach, kaufmännischer Leiter im Auktionshaus Felzmann und Verbandsprüfer des Verbandes philatelistischer Prüfer e.V. mit Spezialgebiet Deutsche Postgeschichte, hatte den Bestand umgehend inventarisiert. Es handelte sich um falsche Stempel der Deutschen Reichspost, der Deutschen Post im vereinigten Wirtschaftsgebiet bzw. der Deutschen Bundespost, der Französischen Zone und des Saarlandes, der Deutschen Bundespost Berlin, der Deutschen Post der DDR, der schweizerischen PTT sowie der liechtensteinischen Postverwaltung. Im Wesentlichen waren es Orts-Tagesstempel, aber auch drei Sonderstempel sowie einige, vor allem schweizerische Luftpoststempel. Die Stempelplatten aus Aluminium, Zink und Hartkunststoff waren alle offensichtlich vielfach verwendet worden und dementsprechend stark eingefärbt. Hingegen waren die Gummistempel, vor allem „Berlin“, zumeist fabrikneu. Vermutlich hatte der Fälscher erkannt, dass Stempelfälschungen mittels Gummistempel auch für das Auge des weniger geschulten Sammlers zu auffällig waren. Auf jeden Fall durften alle Falschstempel etwa ab Mitte der ‘90er Jahre fabriziert worden sein.

Eine ausführliche Liste aller Falschstempel mit Abbildungen der Stempelbilder finden Sie hier:

Deutsches Reich

Deutschland nach 1945: Französische Zone

7: NEUSTADT (WEINSTR.) / 23.4.47.-16 / d, Zink
7: NEUSTADT (WEINSTR.) / 23.4.47.-16 / d, Zink

Deutschland nach 1945: Saarland

8: SAARBRÜCKEN / 30.-4.53-16 / a, Kunststoff gehärtet

Deutschland nach 1945: Bi-Zone und Deutsche Bundespost

Deutschland nach 1945: Deutsche Bundespost Berlin

DDR/ Neue Bundesländer

29: LEIPZIG N 18 / 25.5.56. -10 / (ohne UB), Zink
29: LEIPZIG N 18 / 25.5.56. -10 / (ohne UB), Zink
30: STAAKEN / 1546 / 20.07.90-12 / g, Kunststoff gehärtet
30: STAAKEN / 1546 / 20.07.90-12 / g, Kunststoff gehärtet

Schweiz

Liechtenstein

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